Eels live im Paradiso/Amsterdam

Von Lea gepostet am 31. August 2010 um 21:00 in Blog· Leben· Musik
Eels live im Paradiso/Amsterdam
Foto: fasterwallace

All the crazy shit I did tonight, they will be the best memories… so oder so ähnlich stellten wir uns das vor als wir gestern Morgen zu den Eels nach Amsterdam aufbrachen.

Maxi hatte die grandiose Idee und wir alle freuten uns wie lustige Möpse auf den Abend und die Nacht, die irgendwo im Chaos enden sollte. Meine eigenen Eels-Erfahrungen beschränkten sich auf passives Zuhören bei Autofahrten mit Alex oder durch seinen fast täglich aufgezwungenen Musikunterricht, kurz gesagt: ich kannte sie eigentlich fast noch gar nicht. Aber ich liebe Konzerte. Und meistens finde ich Konzerte sogar noch schöner, wenn mich die Bands dort unvoreingenommen überzeugen können (auch einer meiner Hauptgründe auf Festivals auch immer Bands anzusehen, die ich noch nicht kenne). Meine Erwartungen an die Band gingen also beinahe gegen null, während der Rest unserer Crew schon Tage vorher nicht schlafen konnte. Fast zumindest. Oder so ungefähr. Zumindest waren alle super aufgeregt, erwartungsvoll und nervös wie kleine Kinder.

Es ging also los mit der Zugfahrt nach Amsterdam. Sechs Stunden. Lohnt sich das für nur ein Konzert? Ist das die Sache wirklich wert? Herumirren in Amsterdam, das Paradiso suchen. Lohnt sich das für eine Band?

Man musste nur einen Fuß in das Paradiso setzen und wusste sofort, dass man an diesem Tag alles richtig gemacht hat. Das ist eine alte Kirche, Leute. Das sind alte beleuchtete Kirchenfenster und ein Saal umrundet von Balkonen. (haben wir Christen oder Nicht-Christen hier, die wissen wie man das nennt?) Die Atmosphäre ist einfach unglaublich dort. Es hat etwas theatralisches und ist total super.

Es hat die Musik einfach unglaublich unterstrichen. Reviews sind schwachsinnig und auch ich werde hier jetzt nicht schreiben, wie die Setlist aussah und was E aka Mark Oliver Everett wann gesagt hat. Kann mich eh nicht daran erinnern, welche Lieder es im einzelnen waren und gesprochen hat er auch nicht, aber es hat alles gepasst. Für mich war das Konzert einfach nur toll. Die Lieder, die irgendwie rockiger klangen als sie es auf meinem Ipod tun, diese Bärte und die Sonnenbrillen, die alle auf der Bühne zu Südstaatenhelden machten und dieser Saal. Dieser Saal. Dieses Ganze. kennt ihr das, wenn einfach alles stimmt und sich Umgebung, Stimmung, Zeitpunkt, Musik und einfach alles zu einem großen Ganzen zusammenfügt? Genau so war das. Es waren einfach Sachen, die alle ineinandergegriffen haben.

Wir blieben danach noch ein bisschen im Paradiso, versuchten uns mit Kaffee von BurgerKing wachzuhalten und erst einmal “ein bisschen zu chillen, alda”. Später gerieten wir einen Pub Crawl, der uns zu dem schrecklichsten Club führte, den man sich vorstellen kann (da rieben Mädchen ihre Hintern an ihren Typen!) und wir liefen gefühlte 50 km durch die Nacht auf der Suche nach einer Bar, einem Club oder allgemeinem Unterschlupf bis wir schließlich resigniert feststellen mussten, dass wirklich GAR NICHTS mehr auf hat und wir WIRKLICH auf der Straße sitzen. Unsere Möglichkeiten waren begrenzt. Faktisch hatten wir nur die Möglichkeit uns zu den Pennern vor den Bahnhof zu legen oder uns eine Parkbank zu suchen. Letzteres taten wir dann. Dort gab es nichts außer Plätzchen und die Garantie zur Blasenentzündung, aber irgendwie haben wir überlebt.

Und wenn das nicht eine Nacht für die besten Erinnerungen unseres Lebens war, dann können wir immer noch sagen, dass wir eine Nacht in Amsterdam überlebt haben.

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Achso, falls jemand Fotos davon finden sollte in diesem Internetz, kann er ja mal Bescheid geben. Irgendwie finde ich keine? Und unsere Handyfotos beziehungsweise Maxis legendäre Plastikkamera-aus-den-90ern-Fotos sind zwar mega cool, aber nicht öffentlichkeitstauglich.

5 Kommentare

Die Balkone heißen ganz simpel einfach nur Empore…

Christopher schrieb am 31.08.2010 um 21:14Reply to this comment

Boah, kennst du das, wenn du total lange ein Wort suchst und es ist irgendwo in deinem Hinterkopf und du findest es einfach nicht? Ich hatte das bis gerade die ganze Zeit. Du hast mir echt Erleichterung verschaffen, danke. Empore…man…

Lea schrieb am 31.08.2010 um 21:17Reply to this comment

Heißer Tipp, in Papier Mülltonnen schlafen, ist nicht allzu eklig und das ganze Papier/Pappe Zeug isoliert bestimmt gut :) Oder In Fahrstühlen schlafen.

Paulchen schrieb am 1.09.2010 um 01:06Reply to this comment

Wenn Du so von dem Club erzählst wirkt der nicht so beschissen wie er war :D

Marian schrieb am 1.09.2010 um 18:18Reply to this comment

Meinst du den Club-Club, also nicht das Paradiso? Ähm, ok, für euch mag das geil sein, aber…nein. Einfach nur nein.

Lea schrieb am 1.09.2010 um 18:30Reply to this comment

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