Du bist so hässlich wie das, was du sagst

Von Lea gepostet am 25. August 2010 um 18:34 in Blog· Leben
Du bist so hässlich wie das, was du sagst
Foto: Nicki Varkevisser

Ich möchte diesen Eintrag in ganz eigener Sache verfassen, da mir immer noch, immer wieder und immer mehr auffällt, dass sich Schönheitsideale trotz Heldinnen wie Beth Dito oder Miss Platnum nicht verändern, sondern, im Gegenteil, immer extremer werden. Hinzu kommt noch, dass ich jetzt von der Essstörung einer Bekannten erfahren habe. Das Mädchen ist jetzt ca. Person Nr. 15 aus meinem näheren Bekanntenkreis. Inklusive mir.

Über das aktuelle Schönheitsideal ist nicht mehr viel zu sagen. Lebenslustig, schön, schlank. Und noch eine Reihe anderer positiver Adjektive, die sich dann alle zu diesem ominösen Bild zusammensetzen von dem keiner weiß, was es wirklich ist, aber alle wollen möglichst so sein. Oder auch nicht. Ich finde, dass mittlerweile die Positionen zu diesem Thema genau so in die Extreme abgleiten wie das Ideal selbst.

Da gibt es die Superästheten, die Frauen, die den ganzen Quatsch mitmachen und einfach alles tun, um hypothetisch zu den Top 100 der schönsten Frauen der Welt zu zählen und die so tun als würden sie immer toll aussehen und einfach keine Probleme kennen. Und dann gibt es diese Powerweiber, die sagen, ihnen wäre die ganze Diskussion scheiß egal und sie fressen wie Schweine und legen überhaupt keinen Wert darauf heiß auszusehen und sie haben auch absolut überhaupt keine Probleme mit dem Aussehen. Und ihr Übergewicht ist denen auch noch scheißegal. Glaubt mir, ist es nicht! Sie legen Wert darauf, gut auszusehen. So wie jeder wert darauf legt. Und sie haben Momente in denen sie in den Spiegel kotzen könnten. Und sie werden sich schon mindestens zweimal gedacht haben, dass ihr Arsch in der Jeans doch zu fett ist und sie morgen einen Obsttag einlegen sollten. Doch, ja.

Es gibt keine Frau, die mit ihrem Aussehen absolut zufrieden ist. Ich habe neun Jahre meines Lebens damit zugebracht mir über mein Aussehen den Kopf zu zerbrechen. Neun Jahre lang habe ich mich fett und hässlich gefühlt. NEUN VERSCHWENDETE SCHEISS JAHRE! Neun Jahre in denen ich täglich in jeder Sekunde über Essen nachgedacht habe. Keine Übertreibung. Neun Jahre in denen ich die Kalorien von jedem Kaugummi, jedem Bonbon und jedem Apfel, den ich aß, gezählt habe. Neun Jahre in denen ich die Entscheidung, ob ich eine Jeans trage von 300 g abhängig gemacht habe. Neun verfickte Jahre in denen ich vor jeder Party Kalorien aufgespart habe, um zwei Bier trinken zu können. Neun Jahre in denen ich jedes Mädchen gemustert habe, um zu vergleichen, ob ihr Arsch fetter ist als meiner. NEUN BESCHISSENE JAHRE!!! Das war damals fast die Hälfte meines Lebens und im achten Jahr habe ich mir ein Ultimatum gesetzt. Da hatte ich an Lebensqualität auch echt nix mehr zu verlieren. Überlegt mal wie krank das ist! Lasst euch das mal auf der Zunge zergehen. Und ich war kein Härtefall und kenne persönlich schon fünfzehn weitere denen es noch schlimmer geht. Na toll, jetzt heul ich. Selbstmitleid und so. Aber ich wein auch, weil ich traurig finde, dass dort immer noch Millionen Leute da draußen sind, denen es genau in diesem Moment genau so geht. Auch, weil ich darüber nachdenke, ob meine kleinen Schwestern sich manchmal hässlich finden, obwohl sie wunderschön sind. Und auch, weil ich Angst habe, dass meine Kinder, meine Nichten, Enkel, die Nachbarsjungen oder meine beste Freundin sich irgendwann einmal auch nur eine Sekunde lang hässlich fühlen könnten und das verdammt traurig ist.

Ich weiß, ich brauch ich das jetzt nicht zu sagen, aber ich mach’s trotzdem, weil man folgendes nicht oft genug sagen kann: Aussehen ist verdammt unwichtig. Darum geht’s nicht! Dir kann diese ganze aufgebauschte Scheiße total egal sein. Models sind auch nicht glücklicher, weil so eine Assi wie Karl Lagerfeld sie toll findet. Es gibt wichtigeres. Freunde, Liebe, Genuss, Leben retten. Es klingt so abgedroschen wie ein Spruch aus dem Poesiealbum deiner Mudda und ich schreib’s trotzdem, weil dort Millionen da draußen sind, die es immer noch nicht kapiert haben: Aussehen ist nicht wichtig. Innere Werte zählen. Leute werden dich lieben, weil du du bist, nicht weil du heiß aussiehst oder 5 kg abgenommen hast. Menschen registrieren schöne Menschen, Schönheit ist gut, aber vorallem subjektiv und vergänglich. Man kann sich nichts davon kaufen. Und man findet Menschen schön, weil man sie mag. Nicht umgekehrt. Ich hab neun Jahre gebraucht, um das zu kapieren, verschwende nicht so viel Zeit und hol dir Hilfe. Bitte.

Diese Message geht auch an alle anderen Frauen. Mein Shout-Out ans Kollektiv: Ich scheiß auf Schönheitsideale und diese verlogenen Positionen zu dem Thema! Natürlich will ich gut aussehen und natürlich finde ich mich nicht uneingeschränkt geil und diese Problemignoranz kotzt mich einfach an. Die Mitläufer sind scheiße. Die Powerweiber sind mindestens genau so scheiße, weil beide Positionen sich der Verantwortung entziehen. Denn nur, weil du dir selbst einredest, dass dir die Debatte egal ist, glaub ich dir kein Wort. Natürlich ist das ein Gesellschaftsproblem. Und natürlich sind die allermeisten Menschen davon beeinflusst. Und natürlich muss man gucken, woher das kommt, und wieso Leute Essstörungen entwickeln, oder sich so hässlich fühlen, dass sie Angst haben, nie entjungfert zu werden. Das Ideal ist, wie es ist, und wird so bleiben, daran kann man als Einzelner eh nichts ändern, aber ich kann ändern wie ich damit umgehe. Ich kann für mich entscheiden, ob ich mich selbst ok finde. Ich kann für mich entscheiden, ob ich fremde Ärsche kommentiere. Ich kann für mich entscheiden, ob ich mir GNTM gebe. Ich kann für mich entscheiden, ob ich über die Mutti in den KIK-Klamotten lache oder doch lieber einfach mal übersehe.

Ich habe Tage, da finde ich mich wunderschön, Tage an denen ich gar nicht darüber nachdenke, wie ich aussehe, aber natürlich habe ich auch Tage, an denen ich mir in die Fresse hauen möchte, wenn ich in den Spiegel gucke. Seid doch mal ehrlich! Wem wollt ihr denn erzählen, dass euch dieses Ideal am Arsch vorbei geht? Es ist in der Gesellschaft verankert, du bist Teil der Gesellschaft, du bist davon beeinflusst. Mach dir nichts vor. Natürlich muss man dann auch mal selbst darüber nachdenken wie man bei dieser ganzen Scheiße mitmacht und wie man selbst dazu beiträgt, dass andere sich hässlich fühlen. Nein, ich finde mich nicht permanent supersexy und genau deswegen habe ich auch nicht das Recht über andere zu urteilen.

Dies ist ein Pamphlet gegen alle Idioten, die in hirnlosen Studi-VZ-Gruppen wie „Rettet Pummelfeen aus Röhrenjeans“ sind, und sich cool finden, wenn sie auf Twitter über Dicke lästern. Natürlich finde ich das nicht supidubiwunderschön, wenn jemand fett ist, aber wenn du in der U-Bahn eine Dicke mit pinkgefärbten Haaren in weißer Röhrenjeans siehst, dann geht dich das verdammt noch mal nix an! Selbst wenn die Größe 44 braucht und Hotpans in 38 trägt, kannst du Arschkrampe einfach mal jeglichen Kommentar für dich behalten. Es interessiert nicht. Es ist egal. Und wenn meine Mama mit ihren dicken Freundinnen ihre Krampfadern im Schwimmbad zur Schau stellt, haue ich jedem in die Fresse, der auch nur ein schlechtes Wort darüber verliert. Das ist ihr gutes Recht! Es ist ihr gutes Recht sich dabei auch noch geil zu fühlen und wenn sie will kann sie das auch noch oben ohne machen, damit ihre Hängebrüste besser zur Geltung kommen. Es ist ihr gutes Recht sich schön zu fühlen und sich nicht für sich schämen zu müssen. Das gilt auch für das Mädchen mit der Hakennase, den Segelohren und der Akne oder den Typen, der mal Kinderlähmung hatte, im Rollstuhl sitzt und trotzdem tanzen geht. Die dürfen sich alle wunderschön fühlen und das jedem weitersagen, wenn sie möchten. Dieses ganze Urteilen und Verurteilen geht mir so auf den Sack! Ich kann’s echt nicht mehr hören. Das ist mir echt so egal. Ich find euch Arschlöcher einfach nur scheiße!

25 Kommentare

Ich nehm gleich mal die undankbare Gegenposition ein.

Ich finde es zwar richtig, dass man sich nicht zum Sklaven des Schönheitsideals machen sollte, aber das bedeutet nicht, dass jeder schön ist.
Vielleicht sollte man einfach zufrieden damit sein nicht gut auszusehen oder zufrieden sein mit dem Verhältnis von Lebensqualtität und gutem Aussehen, dass man gefunden hat.

Ich glaube, dass man das heutige weibliche Schönheitsideal schon gesund leben kann, aber es ist sicherlich im oberen Bereich ein sehr schmaler Grad. Andererseits sind gerade für Frauen die Vorteile enorm, ich habe das bei einer Bekannten gesehen, die abgenommen hat und sportlicher geworden ist und gerade wegen diesem Zuwachs an Aufmerksamkeit und Akzeptanz gerade bei Männer immer mehr wollte und sich dadurch etwas reingesteigert hat und 5 mal die Woche Sport gemacht und recht wenig gegessen hat.

Natürlich sollte man tolerant sein und sich immer bewußt machen, dass der eigene Körper auch nicht perfekt ist, aber wir werden schöne Menschen denke ich immer anders behandeln, mit ein wenig mehr Aufmerksamkeit, als nicht so schöne Menschen. Gerade Männer, wenn es Frauen passend zum eigenen Alter sind aber andersrum genauso.

Nervig finde ich nicht attraktive Frauen, die auf Teufel komm heraus Haut zeigen, auch wenn es die großen Fettringe über der Jeans sind und der Ausschnitt kleiner als der Bauch ist, aber beide quasi unbedeckt sind. So a la “Ich bin zwar nicht hübsch, aber viel Haut wird schon irgendwie eine sexuelle Wirkung haben”. Dann muss ich nämlich so tun als würde ich es nicht bemerken und mich die ganze Zeit verstellen um höflich zu sein. Klar, am Strand oder am Schwimmbad ist es was anderes. Da hängt man halt in Badekleidung rum. Aber ansonsten sollte man sich doch bewußt sein, wie der eigene Körper im groben aussieht und wenn man dann das nicht gut aussehen betont, dann darf man auch etwas lästern.

Zum (schlanken) Schönheitsideal habe ich auch was in meinem Blog geschrieben, vielleicht ja interessant.

Christian schrieb am 25.08.2010 um 19:15Reply to this comment

Danke, vielmals Danke.

Und ich fühl mich seit zwei Jahren schön, davor hab ich mir ehrlich gesagt wenig Gedanken drum gemacht… Aber jeder hat das, steht vor dem Spiegel und findet sich hässlich und jeder macht sich Gedanken drüber ob seine Haare heute richtig sitzen und ob man nicht doch andere Schuhe hätte anziehen sollen. Auch die die über die Dicken lästern…

Und jeder Mensch mustert auch andere, das kann man nicht abschalten… Doch kann man sich zurückschrauben und Menschen auch einfach mal so lassen wie sie sind…

Paulchen schrieb am 25.08.2010 um 19:26Reply to this comment

Full Disclosure: Ich war mal dick. Sehr dick. Zwei Jahre lang alles in mich reingefressen, zwei Jahre alles wieder losgeworden. Zwar während der Pubertät, was das alles noch mal relativiert, aber dennoch.

Ich finde es ein bisschen undankbar, wie hier die Grenzen zwischen “hässlich” und “fett” einfach verschwinden, denn das sind zwei ganz verschiedene Dinge die nur auf den ersten Blick etwas miteinander zu tun haben.

Ein “hässlich” gibt es nicht, es gibt nur ein “gefällt mir” und “gefällt mir nicht” und das ist nunmal ein Ding der Subjektive (sicherlich könnte man jetzt hier die Ästhetik noch mit reinbringen, aber um Gottes Willen, symmetrische Gesichter hin oder her, darum geht es nicht). Ich glaube da sind wir uns auch gut einig.

Übergewichtig sein ist etwas anderes (auch hier spielen Faktoren mit, wie etwa Krankheiten, aber die mal außen vor gelassen). Übergewichtig sein ist etwas, mit dem man sich zurecht nicht profilieren sollte, weil es ungesund ist. Ob man sich dabei jetzt in Röhrenjeans quetscht oder nicht ist mir erstmal scheiss egal, aber ich kann es mittlerweile nicht mehr hören, dieses “ich liebe mein Fett” und “Fett sein ist auch schön” — ja, ja, schön ist alles, aber was bringt es uns das hervorzuheben wenn wir so eine Art von Gesellschaftskrankheit darauf reduzieren wie oberflächlich doch die Menschheit geworden ist? Ich respektiere jeden, der übergewichtig und sich dessen bewusst ist und zumindest versucht, davon weg zu kommen. Ich könnte jeden umarmen, der im Fitnessstudio vor sich hinhechelt, zum Arzt geht, Diät macht, darauf aufpasst. Aber nichts ist gefährlicher als diese Gegenverurteilung von “dünnen” Menschen, die dann in die Richtung “du Arschloch, ich bin so wie ich bin!” geht, denn das provoziert das andere Extrem zur Magersucht und DAS widerrum rechtfertigt die Wirtschaft und die Gesellschaft genau diese Bewegung zu füttern, no pun intended.

Ironischerweise – das merkt man auch ganz oft bei Leuten, die aus Unsicherheit über sich selbst Witze reißen – neigen dicke(re) Menschen oft SELBST dazu, sich damit zu identifizieren. Hä? Ich rede doch mit dir, wieso jetzt diese Verteidigungshaltung? Und dann wird mir vorgeworfen, ich wäre diskriminierend (und von Modelfigur kann bei mir jetzt auch nich die Rede sein). Dazu kommt, dass auch angeblich hässliche Menschen sich auf ein Podest stellen können, z.B. was die Intelligenz oder sonstirgendwas angeht. Nein, nichts ist perfekt, niemand ist perfekt, aber man sollte sich dessen realistisch bewusst sein und nicht einfach gleich alle als Arschloch beschimpfen und genauso ungesund oder selbstgerecht weitermachen wie sonst auch.

Sara schrieb am 25.08.2010 um 19:34Reply to this comment

Ok Sara, ich bin genau deiner Meinung. Du hast in höflichen, nicht provozierenden Worten gesagt, was ich sagen wollte. Ich hab mich aufgeregt. Die Message ist: Toleranz und einfach, dass man Äußerlichkeiten, auch bei sich selbst, nicht so wichtig nehmen soll. Es gibt wichtigeres. :) Ich hoffe, es wurde noch mal deutlich, dass ich mit dem Text keinen angreifen will oder die super Moralapostel bin, ich will nur mal, dass alle und jeder für sich selbst, darüber nachdenkt, wie er sich verhält. Nur um weiteren Beschwerden vorzubeugen.

Lea schrieb am 25.08.2010 um 20:38Reply to this comment

Ähm… gut, dass ich keine Deutschlehrerin werde oder so. Kann nämlich nicht schreiben. Bin sehr dumm.

Lea schrieb am 25.08.2010 um 20:40Reply to this comment

*kopftätschel* du schaffst das :)

Paulchen schrieb am 25.08.2010 um 20:44Reply to this comment

Ach verdammt, das war jetzt wieder sexisitisch, bestimmt… ahrg.

Paulchen schrieb am 25.08.2010 um 20:45Reply to this comment

@Lea: Ich wollte dich auch nicht als Moralapostel oder sonstwas titulieren.. es ist nur schwierig im Wirrwarr aller möglichen Meinungen und Anti-Meinungen durchzublicken, und manchmal sind es eben genau diese selbstgerechten “ich raste aus” Momente die, die es so schwierig machen aus dem Dschungel rauszukommen.

Sara schrieb am 25.08.2010 um 21:05Reply to this comment

Jaja, wem sagst du das, Liebelein.

Lea schrieb am 25.08.2010 um 21:06Reply to this comment

@lea ich sag mal so, ich kann dir in deiner message recht geben. dennoch bin ich zu meist ein von dir betiteltes arschloch, da ich mich leidenschaftlich über dicke lustig mache. hört sich jetzt vielleicht fies an, aber zu meist trifft es die dicken, die sich aber meistens so anziehen wie nicht dicke, und das finde ich in gemilderter form eklig (gibts dafür ein wort?). ich bestaune des weiteren deine offenheit, da ich diese seite von dir noch nicht mitbekommen habe, finde das stark, dass du dich damit so auseinander gesetzt hast und darüber auch öffentlich schreibst. @sara kann dir auch recht geben. schlimm finde ich es wenn wirklich fette menschen, wie ein bekannter, sich nicht wirklich mit ihrer fettleibigkeit beschäftigen. im falle meines bekannten, ist es sogar so krass, dass er regelmäßige sprüche, seine spitzname dicker einfach überhört. das ist zu mindestens meine wahrnehmung. ich vermute innerlich wird er eine wahren kampf austragen, da man in seltenen fällen, doch merkt, dass er starke probleme hat. ich fühle mich dann immer sehr hilflos, wie kann man auf solche leute zu gehen? dasselbe gilt für das andere extremum, wie geht man auf leute, die offensichtlich an magersucht leiden zu. auch hier hatte ich eine gute freundin, und ich wusste nicht, wie ich damit umgehen soll? —fehler dürft ihr behalten :)

yann schrieb am 25.08.2010 um 21:36Reply to this comment

natuerlich ist niemand perfekt aber ich finde man kann schon ein wenig auf sein gewicht und damit auch seine gesundheit achten ! muss yann voll und ganz recht geben, ich mein jeder erfreut sich doch an schoenen dingen, und da gehören dicke verschwitzte leute in engen klamotten jawohl eher weniger zu.

ulfa schrieb am 25.08.2010 um 21:50Reply to this comment

Heute euren Blog gefunden und im Reader aufgenommen, und gerade ziemlich weit nach oben geschoben!

Toller Artikel, mit viel zu vielen Wahrheiten drin =/
Die Gesellschaft zeigt leider kaum noch Toleranz und ich habe das Gefühl das es bei den Deutschen nochmal extremer ist… :(

Gerade deine provokante Art mochte ich im Artikel, man kann es ruhig mal so sagen wie es ist! ;)

Pablo schrieb am 25.08.2010 um 22:02Reply to this comment

@Pablo Good point von wegen in Deutschland noch mal extremer und so. Bin grad in Finnland und genau das war es, was den Ausschlag gegeben hat. Ist nicht so, dass die Leute hier nicht lästern, aber es ist deutlich weniger als in Deutschland, bezieht sich eher auf das Verhalten und passiert eher mit sehr engen Freunden. So empfinde ich es zumindest. Und meine Gastschwester, die letztes Jahr in Deutschland verbracht hat, sagt dasselbe.

Lea schrieb am 25.08.2010 um 22:18Reply to this comment

ich versteh nicht, warum wir frauen in der beziehung von geburt an so sinnlos sind. mich mit eingeschlossen.
nundenn, ich hoffe, dass sich irgendwann auch mal unser desaströses selbstbewusstsein emanzipiert und seinen selbstbewussten mann steht.
ich hoffe außerdem, dass unsere töchter auf diese unmenschlichen ideale scheißen. liegt dann ja vielleicht auch an uns gechillten muttis, die ihnen ein gesundes selbstbewusstsein mit auf den weg geben.

aber es erscheint mir auch ingesamt mit dem alter gelassener zu werden.
umso älter ich werde, umso mehr scheiß ich jedenfalls auf die meinung anderer und fahr mir genüsslich nen burger vom bürgeramt rein, wenn ich bock drauf habe.

bon appetit. :)
danke für den post.

ebbe schrieb am 25.08.2010 um 22:49Reply to this comment

Ein sehr schöner und starker post, lea. habe selber sehr lange gebraucht um zu kapieren, dass auch ich die Berechigung habe kurze Hosen zu tragen. Klingt bescheuert-ist es auch. In jedem Fall ist es wirklich traurig, dass viele Menschen einem Figurtypen nacheifern, um ENDLICH mal das eine oder andere Kleidungsstück tragen zu können, statt es einfach zu machen. Und die, die sich doch trauen werden bestraft.

Ich kann von mir nicht behaupten, dass ich eine reine Weste habe, was das urteilen über andere angeht, aber ich bin auf jeden Fall viel toleranter geworden, sowohl mir,als auch anderen gegenüber,weil ich mir einfach denke: warum sollen die Leute nicht das anziehen, was Ihnen gefällt, auch wenn sie vl mit zwei Kleidergrößen kleiner oder größer (ja sorum gehts auch) besser damit aussähen. Solange man sich wohlfühlt, ist doch alles ok.

Pati schrieb am 26.08.2010 um 01:43Reply to this comment

Ja Patri, du bist lieb! Und das, was du mal bei Kunst anhattest mit der kurzen Hose, stand dir echt gut. :)

Lea schrieb am 26.08.2010 um 10:03Reply to this comment

[...] Blog, den ich neulich entdeckte und für ziemlich ziemlich gut befand, ist zur Zeit der Beitrag “Du bist so hässlich wie das, was du sagst” zu lesen. Ein guter, ehrlicher Beitrag mit einem allgegenwärtigen Thema: Schönheitsideale und das [...]

Toll. Jetzt hab ich ein bisschen geweint. Und fand den Text so toll, dass ich selbst einen schreiben musste, woraufhin ich wieder ein bisschen geweint hab. Bescheuert.

Franzi schrieb am 26.08.2010 um 12:26Reply to this comment

Der Artikel hat mir wieder eine Szene aus dem eigenen Leben ins Gedächtnis gerufen die ich beinahe vergessen hatte, die mir aber eigentlich wertvoll ist.
Auf einer Party mit vielen (subjektiv gesehenen) hübschen Jungs und Mädchen war eines dabei, das fiel nun mal nicht in diese Kategorie. Und das merkte sie auch. Sie fühlte sich wahnsinnig unwohl aber hielt lange durch. Ich hab sie unbemerkt beobachtet wie sie gegen das gegebene Umfeld einfach abstinkt. Scheinbar selbstbewusste Menschen sind lauter (obwohl die richtig, richtig “gutaussehenden” Menschen, die sind meist mit noch wesentlich größeren Komplexen zerfressen). Wie auch immer, ich war alleine im Flur mit ihr als sie sich verabschieden wollte. Ich kannte sie nicht mal. Ich hab sie in den Arm genommen und ihr genau -das- gesagt: “du bist wunderschön”. Und ihr einen Kuss auf die Wange gegeben. Sie sagte “danke”, lächelte kurz und ging mit Tränen in den Augen. Ich glaube weil sie sich zum ersten Mal an diesem Abend wirklich wohl gefühlt hat. Was ich sagen will, hübsch sein ist cool. Noch cooler ist ein bisschen zu schauen wie es den anderen so geht.

toyboysandsomegirls schrieb am 26.08.2010 um 14:17Reply to this comment

Ich fühle mich auch nicht schön, aber eher wegen meinem Gewicht. Ich genieße mein Leben trotzdem. Natürlich gibt es Tage an denen ich am liebsten heulen würde, weil ich mich so verdammt unwohl fühle, aber ich mache was dagegen.

Dein Text ist ehrlich und diese Tussen die nur dünn sind, weil sie nicht zunehmen können und mit 18 immer noch aussehen wie 12 gehen mir wirklich am Arsch vorbei. Das mit den Gruppen ist scheiße, aber Jeansgröße 38 ist nicht dick. 44, ja. Aber doch nicht 38.

Anni schrieb am 26.08.2010 um 14:59Reply to this comment

für mich ist es nicht wichtig wie ein mensch aussieht. wichtig ist wie er auf mich wirkt. wenn ich jemanden kennenlerne und sich in seinen augen , in meinen augen ein glitzern zeigt und sich dahinter phantasie , mut und wagnis widerspiegeln dann ist der mensch schön für mich. durch sowas entsteht sympathie , die man für den menschen empfindet und wenn man an diesem punkt angekommen ist. ist es egal ob dieser mensch nun ein paar kilo mehr auf den rippen hat, fettige haare, pickel oder schlechten atem. wahrscheinlich gehöre ich zu einer minderheit. die minderheit die es auch nicht unbedingt für nötig hält, jeden tag neuen nagellack aufzutragen mit verschmiertem make up rumzulaufen und mit schlafsachen zur uni geht, weil sie sich einen dreck darum schert , ob das jetzt vielleicht unangemessen ist oder ihre haare nicht richtig aufgedreht sind. du hast recht, wir finden das schön , was wir ins herz geschlossen haben und was wir interessant finden . meiner meinung nach machen die sogenannten makel den menschen erst vollkommen, ob es nun zahnlücken sind , abstehende ohren oder sommersprossen. wenn es einer person gelingt, dich mit einem blick in ihren bann zu ziehen und einen kleinen zugang zu ihrer welt verschafft, dann ist das schön und ungeschminkt.

Pia schrieb am 26.08.2010 um 15:14Reply to this comment

.

queen of maybe schrieb am 27.08.2010 um 16:38Reply to this comment

Du hast so recht. und wenn überall in den Medien alle arten von menschen gezeigt werden und nicht nur die nach unserem schönheitsideal schönen und erfolgreichen, dann hätten wir es auch einfacher uns in unserer haut wohl zu fühlen. sag ich mal einfach so… das ist leben ist so viel mehr außer das aussehen!

Danke für den text!

Lemmy schrieb am 29.08.2010 um 16:57Reply to this comment

Find den Beitrag 1a, weiter so!

Sara schrieb am 9.09.2010 um 09:35Reply to this comment

und was macht man, wenn einem das eigene Aussehen egal ist, man dieses Desinteresse aber ändern will?

awsed schrieb am 25.09.2010 um 21:06Reply to this comment

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